Rezensionen

Rembrandt-Licht und andere Bildausleuchtungen

Zu Klára Hůrkovás Lyrikband: „Licht in der Manteltasche“

von Monika Littau

Gleich zweimal gehen Gedichte in Klára Hůrkovás neuem Lyrikband auf Bilder vergangener Meister und Jahrhunderte ein. Zum einen handelt es sich um einen Text mit dem Titel „Melancholie, nach Dürer“. Darin beschreibt die Autorin eine Situation, in der sich Schülerinnen und Schüler mit den Elementen des Bildes „Melencholia I“  befassen[1], zunächst noch müde und ein bisschen widerwillig, dann aber beginnen „die Dinge zu leben“. „Plötzlich erstrahlen die Gesichter/ vor Lust/ nach Bedeutungen zu suchen/ in der neu entdeckten Freiheit“ (S. 38-39).


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 „ein loch im papier“

über Lea Schneiders neue Veröffentlichung "made in china" (Verlagshaus Berlin) von Monika Littau










Wer über das Riesenland China, das von seinen Ausmaßen so groß wie Europa ist, aber dreimal mehr Einwohner hat, etwas sagen will, kann nur punktuell verfahren, kann einen Punkt neben den anderen setzen und muss oft feststellen, dass das Gemeinsame dieser Punkte im Gegensatz liegt. Lea Schneider zitiert zu Beginn ihres Buches den Pekinger Dichter Xi Chuan: „westler beschweren sich häufig, dass china völlig unverständlich sei. chinesen verstehen china genauso wenig, aber auf einer ganz grundsätzlichen ebene wollen sie das auch gar nicht.“

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Aus Wollgewölk gewoben

Zum Rolf Birkholz neuem Lyrikband „Das Fell der Welt“ (Chiliverlag) von Monika Littau 














Ursprünglich brachte ich den Namen Rolf Birkholz ausschließlich mit Lyrikbesprechungen in Verbindung. Dann aber entdeckte ich fast im Jahrestakt die Lyrikbände des lebenslangen Ostwestfalen: „EIN SATZ MIT ROT“, „Ein leicht gekreuztes Nicken“ und nun „Das Fell der Welt“, soeben im chili-Verlag erschienen.  Rolf Birkholz, der im Alltag journalistische Texte verfasst, schreibt und veröffentlicht in den letzten Jahren kontinuierlich Gedichte, ringt um Stoffe, ringt um Formen, sucht Zeichen und Wege.

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Dominospielen mit löwenessenden Dichtern

Zum Kettengedicht "Flüsterndes Licht" von Nora Gomringer, Marco Grosse, Annette Hagemann, Ulrich Koch und Klaus Merz (Haymon Verlag) von Monika Littau

 

Wer von „Qi“ spricht, meint Gesundheit und Energie, meint Atem und Fluidum, meint Temperament und Emotion. Wer sich jedoch mit „Shi“ befasst, spricht von Gedichten. Shi lautet der Oberbegriff für chinesische Lyrik. Die Ähnlichkeit in Wort und Klang der Begriffe scheinen die Verwandtschaft von Energie und Sprache offenbaren zu wollen. Und auch ein „Renshi“ ist natürlich „Shi“, nämlich ein freies, modernes, japanisches Kettengedicht, das sich von der stilistisch fest gefügten Form eines Renga befreit hat. (...)  

Entwurzelte Bäume im maritimen Raum

Silke Andrea Schuemmers Roman Nixen fischen (Konkursbuchverlag) von Monika Littau








Wer kennt nicht Arielle, die Seejungfrau? Seit Jahrzehnten geistern sie und andere Wassernixen durch die Kinderliteratur. Aber sonst ist das Sujet der Wasserfrau eher wenig geläufig, was übrigens nicht immer so war. Im 18. und 19. Jahrhundert hatte der „Undinen-Stoff“ Hochkonjuktur. Ich denke hier besonders an die romantische Oper vom „Donauweibchen“ (1789), an E.T.A Hoffmanns „Undine“ (1816), an Lortzings gleichnamige Oper. Überall scheint es sie in der Romantik zu geben: die Nymphen, Rheintöchter, die Loreley, Frauen mit Fischschwanz, die die Männerwelt mit ihrer Schönheit und mit ihrem Gesang betören. (...) Weiter lesen: https://www.amazon.de/gp/customer-reviews/R3SVWS0NIOR019/ref=cm_cr_dp_d_rvw_ttl?ie=UTF8&ASIN=B06XBQMMW2


Vom Betongießen und Steinmeißeln 

Zu Kerstin Preiwuß Roman: Nach Onkalo (Aufbau Verlag) von Monika Littau 









Nicht in Onkalo, sondern an der Mecklenburgischen Seenplatte spielt auch der zweite Roman der von dort stammenden und heute in Leipzig lebenden Autorin Kerstin Preiwuß. Sie führt uns dahin, wo nur noch alte Menschen sind, aber kein Bäcker, keine Klinik, keine Sparkasse, keine Kreisverwaltung, keine Polizei:

„Nur noch ein Supermarkt, eine Tankstelle und ein paar Zigarettenautomaten. Dafür nehmen nach jedem Winter die Schlaglöcher zu. Die Schlaglöcher vermehren sich wie die Karnickel.“

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Die Verfolgung jüdischer und politischer Exilantinnen in Frankreich – ein längst überfälliges Thema! 

Antje Dertinger: Auf Wiedersehen in Manhatten. Tatsachenroman 2013, Neuauflage 2019 (Verlag Goethe und Hafis) von Monika Littau









Die Autorin Antje Dertinger zeichnet sich in ihrem literarischen Schaffen durch zwei besondere Arbeitsschwerpunkte aus:  Zum einen geht es in ihren Arbeiten häufig um Frauenthemen (beispielsweise: „Schenk mir deinen Namen. Scheinehen zwischen Menschlichkeit und Kriminalität“), zum anderen hat sie sich in den mehr als  13 Publikationen, die sie vorgelegt hat, immer wieder mit Opfern des Nationalsozialismus befasst (Beispiel: „Weisse Möwe, Gelber Stern. Das kurze Leben der Helga Beyer“). 

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